Sand- und Staubtest, blowing sand test

Sand & Staub Prüfung

Sand- und Staubprüfungen (Blowing Dust / Sand Prüfungen) werden durchgeführt, um die Wirkung von Staub bzw. Sand auf verschiedene Objekte zu beurteilen.

Die klassischen Prüfungen können IP-Schutzartenprüfungen IP5x und IP6x sein, die das Eindringen von Staub in Gehäuse untersucht.
Bei Sandtests werden eher die abrasiven Einflüsse untersucht. Als Beispiel sei hier ein Wüstensturm genannt oder das Fortbewegen eines Fahrzeugs, z.B. ein Hochgeschwindigkeitszug in der Wüste. Bei Windgeschwindigkeiten von bis zu 100km/h entstehen hier Effekte wie die Entfernung von Schriften auf Etiketten, Verstumpfung von Glasoberflächen oder das mechanische Versagen von beweglichen Komponenten.

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Staubtest an einem ferngesteuerten Roboter
Sand- / Staubprüfungen  Normen

  • DIN EN 60068-2-68
  • DIN 40050 Teil 9
  • DIN SPEC 79009
  • Schutzart IP 5X und 6X
  • IEC 62093
  • IEC 529 Tabelle VII Fig. 2
  • IEC 34-5 Fig. 2
  • IEC 144
  • DIN EN 60529
  • VDE 0470 Teil 1
  • DIN 40046 Teil 46, 47, 48 Prüfg. La, Lb, Lc
  • DIN 40052
  • MIL-STD-810G
  • RTCA DO-160
  • AECTP 300-3
  • MIL-STD-202D
  • MIL-E-5272
  • MIL-C-9436
  • MIL-STD-331
  • DEF STAN 00-35 Issue 4 Part 3
Wir bieten u.a. auch folgende Prüfungen an:
hv-prüfstand
u.a. nach folgenden Normen:

  • MBN LV 124-2
  • VW 80000
  • GS 95024-3-1

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HV-/LV-Prüfstände
batterien
u.a. nach folgenden Normen:

  • DIN EN 15194
  • DIN EN 50604-1
  • DIN EN 62133-2 (VDE 0510-82)
  • DIN SPEC 79009
  • ISO 6469-1
  • ISO 12405-4

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Batterieprüfungen
chemie
u.a. nach folgenden Normen:

  • RTCA DO-160G
  • DIN ISO 16750-5
  • MIL-STD-810G
  • VW 50180
  • Airbus ABD0100.1.6
  • BMW GS 95003-5

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Chemische Beständigkeit
Erläuterungen zum Sand-/Staub-Test

Bei Sand-/Staubtests kann eine ganze Reihe von unterschiedlichen Ausfallerscheinungen bewirkt werden, u. a.:

  • Eindringen in Gehäuse oder Kapselungen
  • Änderung von elektrischen Eigenschaften (fehlerhafte Kontaktgabe; Änderung des Übergangswiderstands; Änderung der Kriechstromfestigkeit)
  • Fressen oder Einschränkung der Beweglichkeit von mechanischen Teilen (Lagern, Achsen, Wellen, usw.)
  • Verschleiß der Oberfläche (Abrasion)
  • Verschmutzung optischer Oberflächen
  • Verunreinigung von Schmiermitteln
  • Verstopfen von Lüftungsöffnungen, Reduzierstücken, Rohren, Filtern, Öffnungen

Staubprüfungen für den Luftfahrtbereich werden zusammen mit einer Luftströmung durchgeführt, um das Eindringen von Staub in Produkte zu forcieren. Bei Geräten aus dem militärischen Bereich ist eine Luftgeschwindigkeit von bis zu 9m/s (32km/h) vorgesehen. Der Staub besteht in der Regel aus Talkum, Quarzsand, Feldspat und anderen Mineralien. Arizonastaub ist z. B. eine Kombination aus mehreren Komponenten, auch China Clay (Ton) wird teilweise verwendet. Die Korngrößen sind dabei kleiner als 150µm.

Sonderprüfungen können auch mit magnetischen Stäuben oder Stäuben welche Fasern aufweisen durchgeführt werden. So lassen sich Simulationen von Stäuben in Tunneln oder im Bergbau (Kohlestaub) nachstellen.

Sande werden bevorzugt mit Korngrößen von 150µm bis 850µm eingesetzt.

Fallstudie

Sand- und Staubprüfung von gekapselter Steuerelektronik
gemäß RTCA/DO-160G Abschnitt 12

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Sand- und Staubprüfung von gekapselter Steuerelektronik
Gemäß RTCA/DO-160G Abschnitt 12


1. Hintergrund

Moderne Passagierflugzeuge sind auf zahlreiche elektronische Steuergeräte (ECUs) angewiesen, um einen sicheren und zuverlässigen Betrieb kritischer und nicht kritischer Systeme zu gewährleisten. Diese elektronischen Module sind häufig an Stellen installiert, an denen eine Exposition gegenüber Umweltauswirkungen wie Sand und Staub nicht vollständig ausgeschlossen werden kann.
Typische Expositionsszenarien sind unter anderem:
  • Bodenbetrieb an Flughäfen in trockenen oder Wüstenregionen
  • Rollen oder Start auf Start- und Landebahnen, die mit Feinstaub kontaminiert sind
  • Wartungsumgebungen, in denen Staub in der Luft vorhanden sein kann
Um die Betriebssicherheit zu gewährleisten, müssen Avionikgeräte Widerstandsfähigkeit gegen das Eindringen von Partikeln und Verunreinigungen nachweisen. Die Umweltqualifizierung erfolgt daher gemäß RTCA/DO-160G, das standardisierte Umweltprüfverfahren für Bordausrüstung definiert.
Diese Fallstudie beschreibt die Sand- und Staubqualifizierungsprüfung einer gekapselten elektronischen Steuereinheit (ECU), die in einem versiegelten Aluminiumgehäuse untergebracht ist und für den Einbau in ein Passagierflugzeug vorgesehen ist.


2. Prüfling (DUT)

Der Prüfling (DUT) war ein Schnittstellenmodul für die Flugsteuerung, das zur Regelung von Hilfssystemen des Flugzeugs entwickelt wurde.
Wesentliche Merkmale des DUT:
Parameter
Description
Product Type
Electronic control unit
Application
Passenger aircraft avionics subsystem
Housing
Sealed aluminum enclosure
Cooling concept
Passive thermal dissipation via aluminum housing
Interfaces
Circular aviation connectors
Protection concept
Gasket-sealed housing and connector interfaces
Installation environment
Avionics bay inside aircraft fuselage
Ziel der Prüfung war es, sicherzustellen, dass der Kontakt mit Sand und Staub die Funktionsfähigkeit nicht beeinträchtigt, keine elektrischen Ausfälle verursacht und nicht in das Gehäuse eindringt.


3. Prüfnorm

Die Prüfung wurde gemäß folgenden Normen durchgeführt:
  • RTCA/DO-160G – Umgebungsbedingungen und Prüfverfahren für luftgestützte Ausrüstung
  • Abschnitt 12 – Sand und Staub
Abschnitt 12 legt Umweltsimulationen fest, um die Leistung von Geräten zu bewerten, wenn diese Partikeln in der Luft ausgesetzt sind.
Das Testverfahren besteht aus zwei separaten Bewertungen:
  • Staubtest – feine Partikel, die in kleine Spalten eindringen können
  • Sandtest – größere Partikel, die Abrieb oder mechanische Störungen verursachen können


4. Testziele

Die Hauptziele des Tests waren:
  • Überprüfung der Gehäuseintegrität hinsichtlich des Eindringens von Staub
  • Bewertung der mechanischen Beständigkeit gegen den Aufprall von Sandpartikeln
  • Bestätigung der elektrischen Funktionsfähigkeit während und nach der Exposition
  • Erkennung von Verunreinigungen an Steckverbindern, Kühlflächen oder Dichtungen
Das Prüfobjekt blieb während der Exposition unter Strom und in Betrieb, um reale Betriebsbedingungen zu bewerten.


5. Prüfgeräte

Die Prüfung wurde in einer kontrollierten Sand- und Staubkammer durchgeführt, die in der Lage ist, definierte Partikelkonzentrationen und Luftstrombedingungen zu erzeugen.
Zu den typischen Funktionen der Kammer gehörten:
  • Kontrollierte Luftströmungsgeschwindigkeit
  • Umwälzung von kalibriertem Partikelmaterial
  • Kontrolle der Partikelgröße
  • Temperaturstabilisierung
  • Überwachung der Partikelkonzentration


6. Testbedingungen

Die folgenden Umgebungsparameter wurden gemäß der relevanten DO-160G-Kategorie angewendet:
Parameter
Staubtest
Sandtest
Partikelgröße
<150 µm
bis ca. 850 µm
Luftgeschwindigkeit
definierter Luftstrom
erhöhter Luftstrom
Expositionsdauer
mehrere Stunden kontinuierliche Exposition
Status des Prüflings
mit Strom versorgt und in Betrieb
In der Kammer wurde Partikelmaterial kontinuierlich umgewälzt, während ein kontrollierter Luftstrom über die Oberflächen des Prüflings aufrechterhalten wurde.


7. Prüfverfahren

Die Prüfung wurde in der folgenden Reihenfolge durchgeführt:
  1. Prüfung vor der Prüfung
    • Sichtprüfung der Gehäusedichtungen und Steckverbinder
    • Funktionsprüfung der Steuerelektronik
    • Dokumentation der elektrischen Ausgangsparameter
  2. Staubbelastung
    • Einbringen von Feinstaub in die Kammer
    • Luftstrom auf die Oberflächen des Prüflings gerichtet
    • Das Prüfobjekt (DUT) wurde während der Exposition kontinuierlich betrieben
  3. Sandexposition
    • Größere Sandpartikel wurden in der Kammer zirkuliert
    • Erhöhte Luftströmungsgeschwindigkeit angewendet
    • Mechanische Stöße und Abrieb simuliert
  4. Bewertung nach der Exposition
    • Sichtprüfung
    • Überprüfung der Funktionsfähigkeit
    • Inneninspektion des Gehäuses


8. Inspektion nach dem Test

Nach Abschluss des Testzyklus wurde das Prüfobjekt (DUT) zur detaillierten Auswertung aus der Kammer entnommen.
Die Inspektion umfasste:
  • Bewertung der äußeren Verschmutzung
  • Überprüfung der Dichtungsintegrität
  • Prüfung der Steckverbinder
  • Öffnen des Gehäuses zur Feststellung innerer Verschmutzung
  • Elektrische Funktionsprüfung


9. Testergebnisse

Folgende Beobachtungen wurden festgehalten:
Bewertungskriterium
Ergebnis
Externe Staubablagerung
Auf der Gehäuseoberfläche vorhanden
Verschmutzung der Anschlüsse
Geringe externe Ablagerungen
Interne Verunreinigung
Keine festgestellt
Dichtungsintegrität
Keine Verschlechterung festgestellt
Elektrische Funktionsfähigkeit
Voll funktionsfähig
Mechanische Beschädigung
Keine festgestellt
Nach dem Öffnen des Prüfobjekts wurden im Inneren des Aluminiumgehäuses keine Partikel festgestellt.
Das Gerät funktionierte während des Tests weiterhin einwandfrei und bestand alle Funktionsprüfungen nach dem Test.

10. Schlussfolgerung

Die gekapselte Avionik-Steuereinheit hat die Umweltqualifizierung hinsichtlich Sand- und Staubbelastung gemäß RTCA/DO-160G Abschnitt 12 erfolgreich bestanden.
Wichtigste Ergebnisse:
  • Das Aluminiumgehäuse bot einen wirksamen Schutz vor dem Eindringen von Partikeln.
  • Die Steckverbinder-Schnittstellen und das Dichtungskonzept blieben intakt.
  • Während oder nach der Exposition trat keine Funktionsminderung auf.
Das getestete Gerät erfüllt somit die Anforderungen an die Umweltrobustheit für den Betrieb in Luftfahrtumgebungen, in denen es zu Sand- und Staubeinwirkung kommen kann.

11. Bedeutung von Sand- und Staubtests für Luftfahrtsysteme

Die Umweltqualifizierung gemäß DO-160 stellt sicher, dass Bordgeräte auch in rauen Betriebsumgebungen zuverlässig bleiben.
Für Flugzeugbetreiber und -hersteller bieten solche Tests:
  • Verhindern vorzeitige elektronische Ausfälle
  • Validiert Konzepte zum Gehäuseschutz
  • Unterstützt die Zertifizierung von Bordausrüstung
  • Verbessert die langfristige Zuverlässigkeit und Wartbarkeit

Fallstudie

Umweltprüfung unter Staub- und Sandbedingungen
an einem funktionalen Kunststoffbauteil für den Einsatz in einem Personenkraftwagen

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Umweltprüfungen gegen Staub und Sand gemäß DIN EN IEC 60068-2-68
Beispiel: Kunststoff-Funktionsbauteil für den Einsatz in einem Personenkraftwagen


1. Hintergrund

Personenkraftwagen sind weltweit in Umgebungen im Einsatz, in denen häufig Staub- und Sandpartikel vorhanden sind. Beispiele hierfür sind:
  • Schotterstraßen und Baustellen
  • landwirtschaftliche Regionen
  • Wüsten- und semiaride Klimazonen
  • mit Sand gestreute Winterstraßen
Komponenten, die an exponierten Stellen des Fahrzeugs – wie Radkästen, Unterboden oder Motorraum – verbaut sind, müssen trotz ständiger Verschmutzung durch Partikel in der Luft funktionsfähig bleiben.
Staubverschmutzung kann zu folgenden Problemen führen:
  • Verstopfung von Lüftungsöffnungen
  • Fehlfunktion von Sensoren
  • Abrieb an Oberflächen
  • Eindringen in Steckverbinder und Dichtungen
Zur Überprüfung der Umweltbeständigkeit wurde ein Kunststoffgehäuse für einen Raddrehzahlsensor, das im Radhausbereich eines Personenkraftwagens verwendet wird, gemäß folgender Norm geprüft:
DIN EN IEC 60068-2-68 – Umweltprüfungen – Prüfung L: Staub und Sand.
Diese Norm definiert mehrere Teilprüfverfahren, die verschiedene Mechanismen simulieren, durch die Staub und Sand mit Geräten interagieren.


2. Aufbau der Norm: Prüfverfahren La, Lb und Lc

DIN EN IEC 60068-2-68 unterscheidet zwischen drei Arten von Umwelteinflüssen.
Prüfverfahren
Einwirkungsmechanismus
Typische Umweltsimulation
La
Nicht abrasiver Feinstaub
Staubbelastung in der Luft
Lb
Frei sedimentierender Staub
Langsame Ansammlung von Staubablagerungen
Lc
Aufwirbelnder Staub und Sand
Aufprall von Partikeln durch Wind
Diese drei Mechanismen simulieren verschiedene reale Verschmutzungsprozesse, denen Automobilkomponenten ausgesetzt sind.

3. Prüfling (DUT)

Parameter
Beschreibung
Bauteil
Gehäuse des Raddrehzahlsensors
Anwendung
Radhausbereich von Personenkraftwagen
Material
Glasfaserverstärktes Polyamid (PA6-GF30)
Abmessungen
120 × 70 × 45 mm
Dichtungskonzept
integrierte Steckverbinder-Dichtung und Gehäusedichtung
Funktion
Übertragung von Raddrehzahlsignalen für ABS/ESC


4. Prüfverfahren La – Nicht abrasiver Feinstaub

Prüfprinzip
Das Prüfverfahren La bewertet die Auswirkungen von in der Luft schwebenden Feinstaubpartikeln. Die Partikel werden in einer Kammer zirkuliert, um Umgebungen zu simulieren, in denen Staub über längere Zeiträume in der Luft verbleibt.
Typische reale Szenarien sind:
  • Fahrzeuge, die auf trockenen unbefestigten Straßen fahren
  • durch den Verkehr verursachte Staubwolken
  • landwirtschaftliche Umgebungen
Typische Testparameter:
Parameter
Typischer Wert
Staubart
standardisierter feiner Teststaub (z. B. Talkum)
Partikelgröße
≤ 75 µm
Luftstrom
mäßige Zirkulation
Expositionsdauer
ca. 6 h
Zweck:
  • Bewertung des Staubeintritts in Gehäuse
  • Überprüfung der Dichtungswirksamkeit von Steckverbindern
  • Beurteilung der Funktionssicherheit bei Einwirkung von Staub in der Luft


5. Prüfverfahren Lb – Frei sedimentierender Staub

Prüfprinzip
Bei der Prüfung Lbsetzen sich Staubpartikel durch Schwerkraftsedimentation ohne starken Luftstrom langsam auf dem Prüfling ab.
Dies entspricht Bedingungen, unter denen Komponenten einer langfristigen Staubansammlung ausgesetzt sind, wie zum Beispiel:
  • in staubiger Umgebung geparkte Fahrzeuge
  • Motorräume mit allmählicher Verschmutzung
  • in teilweise geschützten Bereichen installierte Geräte
Typische Testparameter:
Parameter
Typischer Wert
Staubart
Feinstaub
Luftströmung
minimal
Expositionsdauer
6 – 24 h
Abscheidungsmechanismus
Schwerkraftsedimentation
Zweck:
  • Bewertung der Staubablagerung auf Oberflächen
  • Beurteilung einer möglichen Verstopfung von Öffnungen
  • Untersuchung der Auswirkungen langfristiger Verschmutzung


6. Prüfverfahren Lc – Einblasen von Staub und Sand

Prüfprinzip
Das Prüfverfahren Lc simuliert Staub- und Sandpartikel, die durch einen Luftstrom transportiert werden und mit definierter Geschwindigkeit auf das Prüfobjekt auftreffen.
Im Vergleich zu Feinstaubprüfungen werden bei diesem Verfahren gröbere Partikel eingesetzt, die mechanischen Abrieb verursachen können.
Typische reale Szenarien sind:
  • Fahrbedingungen in der Wüste
  • Geländeeinsatz
  • Exposition gegenüber vom Wind verwehtem Sand
Typische Prüfparameter:
Parameter
Typischer Wert
Partikeltyp
Staub und Sand
Partikelgröße
ca. 75–850 µm
Luftgeschwindigkeit
ca. 10–30 m/s
Einwirkungsdauer
1–2 h
Zweck:
  • Bewertung der Abriebfestigkeit der Oberfläche
  • Beurteilung der Dichtigkeit bei durch Luftströmung verursachter Kontamination
  • Prüfung der mechanischen Beständigkeit von Polymerwerkstoffen


7. Testergebnisse

Testmethode
Ergebnis
La – Feinstaub in der Luft
kein Eindringen von Staub in das Gehäuse
Lb – sich absetzender Staub
Staubansammlung nur auf der Außenfläche
Lc – aufgewirbelter Staub und Sand
geringe kosmetische Abriebspuren an der Gehäuseoberfläche
Weitere Befunde:
  • Dichtungssystem blieb intakt
  • Steckverbinderkontakte blieben sauber
  • Sensorsignalausgang blieb während des gesamten Tests stabil


8. Technische Auswertung

Die Testergebnisse zeigen, dass die Konstruktion des Sensorgehäuses einen ausreichenden Schutz vor Staubverschmutzung durch die Umgebung bietet.
Zu den wichtigsten Konstruktionsfaktoren, die zu diesem positiven Ergebnis beigetragen haben, gehören:
  • optimierte Geometrie der Steckverbinderabdichtung
  • verstärktes Polymer-Gehäusematerial
  • minimierte Toleranzspalte in der Gehäusebaugruppe
Das glasfaserverstärkte Polyamidmaterial bietet zudem eine gute Beständigkeit gegen partikelbedingten Abrieb.


9. Fazit

Die funktionale Kunststoffkomponente hat die Umweltprüfung gemäß DIN EN IEC 60068-2-68 erfolgreich bestanden.
Die Komponente zeigte eine zuverlässige Beständigkeit gegenüber:
  • in der Luft befindlichem Feinstaub (La)
  • langfristig absetzendem Staub (Lb)
  • windgetriebenem Staub und Sand (Lc)
Diese Ergebnisse bestätigen, dass das Bauteil für den Einbau in Personenkraftwagen geeignet ist, die staub- oder sandbelasteten Betriebsumgebungen ausgesetzt sind.


Praktische Relevanz für die Automobilentwicklung

Umweltprüfungen gemäß IEC 60068-2-68 ermöglichen es Automobilherstellern:
  • Staubschutzkonzepte zu validieren
  • das Design von Dichtungssystemen zu verbessern
  • die langfristige Funktionssicherheit exponierter Komponenten zu überprüfen
Für weltweit eingesetzte Fahrzeuge, die unter unterschiedlichsten Umgebungsbedingungen betrieben werden, sind solche Prüfungen ein wesentlicher Schritt, um die Langlebigkeit und Sicherheit über den gesamten Lebenszyklus des Fahrzeugs hinweg sicherzustellen.

Fallstudie

Sand- und Staubbeständigkeit
eines Sichtfensters für gepanzerte Fahrzeuge

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Sand- und Staubbeständigkeit eines Sichtfensters für gepanzerte Fahrzeuge
Umweltqualifizierung gemäß MIL-STD-810H


Hintergrund

Moderne gepanzerte Fahrzeuge sind in einigen der rauesten Umgebungen der Erde im Einsatz. Einsätze in der Wüste, Konvoi-Operationen in trockenem Gelände und der Wirbelwind von nahegelegenen Hubschraubern können die Fahrzeugoberflächen extrem hohen Konzentrationen von Sand und Staub in der Luft aussetzen.
Eine besonders kritische Komponente ist das gepanzerte Sichtfenster (durchschussfeste transparente Panzerung), das im Sichtbereich des Fahrers oder Kommandanten eines gepanzerten Fahrzeugs verwendet wird. Diese Fenster bestehen in der Regel aus mehrschichtigen Verbundglas- und Polycarbonatstrukturen, die manchmal Folgendes umfassen:
  • Gehärtetes ballistisches Glas
  • Energieabsorbierende Schichten aus Polycarbonat
  • Splitterschutzrückseite
  • Optische Beschichtungen zur Blendungsreduzierung
Bei Einsätzen in Wüstengebieten wie dem Nahen Osten oder Nordafrika muss das Fenster folgende Eigenschaften aufweisen:
  • optische Transparenz
  • ballistische Integrität
  • Dichtungsintegrität
  • Abriebfestigkeit
Der Kontakt mit Sandpartikeln, die mit hoher Geschwindigkeit auftreffen, kann Beschichtungen beeinträchtigen, die Sicht beeinträchtigen oder Dichtungssysteme beschädigen. Daher muss die Komponente gemäß MIL-STD-810H Methode 510.7 (Sand und Staub) auf Umweltbeständigkeit geprüft werden.


Prüfziel

Ziel der Prüfung war es, zu überprüfen, ob eine Sichtfensterbaugruppe für gepanzerte Fahrzeuge einer längeren Einwirkung von Sand und Staub in der Luft standhalten kann, ohne dass ihre Funktionsfähigkeit in unzumutbarer Weise beeinträchtigt wird.
Im Rahmen der Prüfung wurden folgende Aspekte bewertet:
  • Optische Durchlässigkeit
  • Abriebfestigkeit der Oberfläche
  • Dichtheit des Fensterrahmens
  • Eindringen von Partikeln
  • Mechanische Stabilität der Verbundstruktur


Prüfling

Prüfobjekt (DUT):
Sichtfensterbaugruppe für gepanzerte Fahrzeuge.
Aufbau:
Komponente
Beschreibung
Außenlage
Gehärtetes ballistisches Glas
Zwischenschichten
Verbundglas/Polycarbonat-Verbundwerkstoff
Innenschicht
Splitterschutz-Polycarbonat
Rahmen
Aluminium-Panzerrahmen mit Elastomerdichtungen
Abmessungen
420 × 300 mm
Dicke
52 mm
Die Probe wurde in einem repräsentativen Fahrzeugrahmenabschnitt montiert, um realistische Einbaubedingungen zu simulieren.


Prüfaufbau

Die Sand- und Staubprüfung wurde in einer kontrollierten Klimakammer durchgeführt, in der hohe Konzentrationen von Partikeln in der Luft erzeugt werden können.
Prüfnorm: MIL-STD-810H Methode 510.7 Sand und Staub
Es wurden zwei Prüfverfahren durchgeführt:
Verfahren
Zweck
Verfahren I – Staubströmung
Bewertung der Dichtheit und des Schutzes gegen Eindringen
Verfahren II – Sandblasen
Bewertung von Abrieb und Oberflächenverschleiß


Prüfbedingungen

Staubaufwirbelung (Verfahren I)


Parameter
Wert
Partikelgröße
<150 µm
Staubkonzentration
~10,6 g/m³
Luftgeschwindigkeit
8,9 m/s
Temperatur
60 °C
Dauer
6 h pro Oberfläche
Die Fensterbaugruppe wurde in vertikaler Montageposition Luftstaub ausgesetzt, um den Fahrzeugbetrieb zu simulieren.


Flugsand (Verfahren II)

Parameter
Wert
Partikelgröße
150–850 µm
Luftgeschwindigkeit
18–29 m/s
Temperatur
60 °C
Expositionsdauer
90 Minuten pro Seite
Der Sandstrom wurde in einem flachen Winkel auf die äußere Glasoberfläche gerichtet, um die Bedingungen beim Fahren mit hoher Geschwindigkeit in der Wüste nachzubilden.


Prüfung nach dem Test

Nach Abschluss des Tests wurde die Fensterbaugruppe auf Beschädigungen oder Funktionsbeeinträchtigungen untersucht.
Zu den Prüfverfahren gehörten:
  • Optische Mikroskopie
  • Transmissionsmessung
  • Prüfung auf Undichtigkeiten der Dichtung
  • Strukturelle Untersuchung der Laminatschichten


Testergebnisse

Parameter
Ergebnis
Optische Transmission
Abnahme <4 %
Oberflächenabrieb
Leichte Mikrokratzer sichtbar
Dichtungsintegrität
Kein Eindringen von Staub festgestellt
Strukturelle Integrität
Keine Delaminierung festgestellt
Ballistische Widerstandsfähigkeit
Nicht beeinträchtigt
Das Fenster blieb voll funktionsfähig und erfüllte weiterhin die festgelegten Leistungsanforderungen.


Technische Bewertung

Die Testergebnisse belegen, dass das laminierte transparente Panzerungssystem eine ausreichende Beständigkeit gegen Erosion durch Wüstensand und Verunreinigungen durch Staub in der Luft aufweist.
Die folgenden Konstruktionsmerkmale trugen zum erfolgreichen Ergebnis bei:
  • Gehärtetes ballistisches Außenglas mit hoher Oberflächenhärte
  • Abriebfeste Beschichtung
  • Elastomeres Dichtungssystem, das das Eindringen von Staub verhindert
  • Verbundkonstruktion, die innere Beschädigungen verhindert


Fazit

Das gepanzerte Sichtfenster hat die Umweltprüfungen gemäß MIL-STD-810H Methode 510.7 (Sand und Staub) erfolgreich bestanden.
Selbst unter extremen Wüstenbedingungen mit hoher Sandbelastung behielt das System folgende Eigenschaften bei:
  • optische Funktionalität
  • mechanische Integrität
  • Umgebungsdichtung
Diese Ergebnisse bestätigen, dass die Komponente für den Einsatz in operativen Wüstenumgebungen geeignet ist.


Marketing-Zusammenfassung

Bewährte Langlebigkeit in extremen Wüstenumgebungen.
Unsere Umweltprüfungen gemäß MIL-STD-810H „Sand und Staub“ zeigen, dass die Sichtsysteme gepanzerter Fahrzeuge auch bei starker Sandabnutzung und Staubbelastung aus der Luft ihre optische Klarheit und strukturelle Integrität bewahren.
Die Umweltprüfkapazitäten von TechnoLab ermöglichen es Herstellern von Verteidigungssystemen, gepanzerten Fahrzeugen und optischen Komponenten, die Zuverlässigkeit ihrer Produkte vor dem Einsatz im Feld zu überprüfen.